SCHUFA-Score: was er bedeutet und wie Sie ihn erfahren
Seit dem 17. März 2026 zeigt die SCHUFA Verbrauchern einen neuen Score mit 100 bis 999 Punkten. Er setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen, die Sie selbst nachrechnen können. Hier lesen Sie, was die Punkte bedeuten, was nicht einfließt und wo Sie Ihren Score kostenlos sehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der neue SCHUFA-Score hat eine Skala von 100 bis 999 Punkten und fünf Klassen von „Hervorragend“ bis „Ungenügend“.
- Er beruht auf zwölf Kriterien. Zahlungsstörungen wiegen am schwersten, Einkommen und Beruf zählen nicht.
- Ihren Score sehen Sie kostenlos im SCHUFA-Account oder in der Datenkopie nach Art. 15 DSGVO.
- Ob Sie einen Kredit oder Vertrag bekommen, entscheidet das Unternehmen, nicht die SCHUFA.
Was ist der SCHUFA-Score?
Der SCHUFA-Score ist eine Zahl, mit der die SCHUFA Ihre Kreditwürdigkeit einschätzt. Er beruht nur auf den Daten, die die SCHUFA zu Ihnen gespeichert hat. Banken, Sparkassen, Telekommunikationsfirmen und Händler nutzen ihn, bevor sie einen Vertrag schließen.
Seit dem 17. März 2026 können Verbraucher den neuen Score einsehen. Er ersetzt den bisherigen Basisscore in Prozent. Neu ist, dass Sie und die Unternehmen denselben Wert sehen. Den Basisscore hat die SCHUFA laut eigener Aussage nie an Unternehmen weitergegeben.
Für Unternehmen gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2028. Bis dahin liefert die SCHUFA auch noch ihre älteren Branchenscores aus. Banken dürfen in der Regel erst umstellen, wenn die Bankenaufsicht zugestimmt hat.
Welche Skala gilt beim neuen SCHUFA-Score?
Der neue Score reicht von 100 bis 999 Punkten. Je höher der Wert, desto besser schätzt die SCHUFA Ihre Kreditwürdigkeit ein. Zum Punktwert zeigt die SCHUFA eine von fünf Klassen an.
Die Anteile in der Tabelle stammen von der SCHUFA und beschreiben die Verteilung zum Zeitpunkt unseres Abrufs im November 2026. Wer in der Klasse „Ungenügend“ landet, hat offene Zahlungsstörungen. Für diese Personen berechnet die SCHUFA keinen Score, bis die Forderungen beglichen sind.
| Klasse | Punkte | Anteil laut SCHUFA |
|---|---|---|
| Hervorragend | 776 bis 999 | rund 62 Prozent |
| Gut | 709 bis 775 | rund 20 Prozent |
| Akzeptabel | 642 bis 708 | rund 8 Prozent |
| Ausreichend | 100 bis 641 | rund 2 Prozent |
| Ungenügend | kein Score wegen offener Zahlungsstörungen | rund 8 Prozent |
Welche Kriterien fließen in den SCHUFA-Score ein?
Der Score setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen. Für jedes Kriterium gibt es Punkte, die zusammen den Score ergeben. Die Gewichte hat die SCHUFA mit einem statistischen Verfahren ermittelt, der logistischen Regression.
Am meisten Gewicht haben Zahlungsstörungen. Ohne Zahlungsstörung gibt es dafür 264 Punkte, nach einer erledigten Zahlungsstörung nur 100. Die übrigen elf Kriterien bringen jeweils zwischen 0 und höchstens 117 Punkten:
- Zahlungsstörungen: 100 bis 264 Punkte
- Alter des ältesten Bankvertrags: 0 bis 69 Punkte
- Alter der ältesten Kreditkarte: 0 bis 81 Punkte
- Alter der aktuellen Adresse: 0 bis 94 Punkte
- Alter des jüngsten Rahmenkredits: 0 bis 36 Punkte
- Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten: 0 bis 117 Punkte
- Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den letzten zwölf Monaten: 0 bis 99 Punkte
- Neue Ratenkredite in den letzten zwölf Monaten: 0 bis 66 Punkte
- Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite: 0 bis 61 Punkte
- Kreditstatus: 0 bis 19 Punkte
- Immobilienkredit: 0 bis 55 Punkte
- Geprüfte Identität: 0 bis 38 Punkte
Zählen Einkommen, Wohnort oder Nationalität mit?
Einkommen und Nationalität zählen nicht, vom Wohnort nur die Wohndauer. Nach eigener Aussage liegen der SCHUFA keine Angaben zu Gehalt, Vermögen, Beruf, Ausbildung, Familienstand oder Wohnsituation vor. Deshalb fließen sie auch nicht in den Score ein. Die Staatsangehörigkeit speichert die SCHUFA nicht, Daten aus sozialen Netzwerken nutzt sie nicht.
Daten zur Wohngegend nutzt die SCHUFA laut ihren Antworten auf häufige Fragen standardmäßig nicht. Mit zählt dagegen, wie lange Sie schon unter Ihrer aktuellen Adresse wohnen. Die Zahl Ihrer Umzüge spielt keine Rolle.
Ihr Einkommen prüft bei einem Kreditantrag die Bank selbst, zusammen mit Ihren Ausgaben und anderen Angaben. Auch das Vermögen und den Arbeitgeber kann sie dabei ansehen.
Wie kann ich meinen SCHUFA-Score einsehen?
Sie können Ihren Score selbst und kostenlos direkt bei der SCHUFA erfahren. Dafür gibt es zwei Wege.
Der erste Weg ist der SCHUFA-Account auf der Website oder in der SCHUFA-App. Die Anmeldung ist kostenlos. Sie weisen sich mit der Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises oder mit einem PIN-Brief per Post aus. Im Account sehen Sie Ihre gespeicherten Daten, den Score und ein Erklärwerkzeug. Die Daten aktualisiert die SCHUFA in der Regel zu Beginn jedes Quartals.
Der zweite Weg ist die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, die per Post kommt. Sie enthält Ihre gespeicherten Daten und den zu Quartalsbeginn berechneten neuen Score. Dazu kommen alle Scores, die in den letzten zwölf Monaten an Unternehmen gingen. Deshalb stehen dort bis Ende 2028 oft noch alte Branchenscores.
Den Score zeigt außerdem die App des SCHUFA-Partners bonify. Einen täglich aktualisierten Score bekommen Kunden der kostenpflichtigen SCHUFA-Abos. Was genau in der Datenkopie steht und wie Sie sie lesen, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
Warum verändert sich mein SCHUFA-Score?
Ihr Score ändert sich, wenn sich Ihre Daten bei der SCHUFA ändern oder Zeit vergeht. Ein neuer Vertrag, eine Anfrage oder ein Kauf auf Raten kann ihn bewegen. Auch gelöschte Einträge verändern ihn, je nach Kriterium nach oben oder unten.
Manche Kriterien wachsen mit der Zeit. Je älter Ihr ältester Bankvertrag oder Ihre Adresse ist, desto mehr Punkte gibt es dafür. So kann der Score steigen, ohne dass neue Daten hinzukommen.
Die SCHUFA rechnet ein Beispiel mit einem Ratenkredit über vier Jahre vor. Bei Abschluss sinkt der Score um 40 Punkte. Nach zwölf Monaten liegt er noch neun Punkte unter dem Wert ohne Kredit. Nach der vollständigen Rückzahlung liegt er zehn Punkte darüber. Drei Jahre später ist der erledigte Kredit gelöscht und der Score wieder auf dem alten Stand.
Ein Immobilienkredit wirkt sich nach Angabe der SCHUFA positiv aus. Im Account aktualisiert die SCHUFA den Score in der Regel einmal pro Quartal. Einen bestimmten Punktwert kann Ihnen niemand zusagen, weil alle zwölf Kriterien zusammenwirken.
Haben CRIF und Creditreform auch einen Score?
Ja, auch andere Auskunfteien schätzen die Zahlungsfähigkeit ein, aber mit eigenen Daten und Verfahren. Ihre Werte sind mit dem SCHUFA-Score nicht vergleichbar.
Die CRIF GmbH berechnet nach eigener Angabe einen allgemeinen Auskunfteiscore und einen Score für Telekommunikationsfirmen. Einfließen können etwa Name, Anschrift, Geburtsdatum, Geschlecht und offene, unbestrittene Forderungen. In der kostenlosen Datenkopie von CRIF stehen die Scores, die an Vertragspartner gingen.
Creditreform erteilt Auskünfte über Privatpersonen aus der Datenbank der infoscore Consumer Data GmbH, die zur Experian-Gruppe gehört. Dort wird die Zahlungsfähigkeit in sechs Risikoklassen eingeteilt. Klasse 1 ist der beste Wert, Klasse 6 steht für harte Negativmerkmale wie ein Insolvenzverfahren.
Häufige Fragen
Was ist der SCHUFA-BonitätsCheck?
Der SCHUFA-BonitätsCheck ist eine Auskunft für Mietzwecke, die Sie über das Angebot meineSCHUFA digital bestellen. Sie erhalten ein Zertifikat mit Verifizierungscode, mit dem ein Vermieter die Echtheit prüfen kann. Einen Score enthalten Auskünfte für Vermieter laut SCHUFA nicht. Was Vermieter verlangen dürfen, erklärt unser Ratgeber für Mieter.
Warum zeigt mir die SCHUFA keinen Score an?
Bei offenen Zahlungsstörungen berechnet die SCHUFA keinen Score, erst nach dem Begleichen wieder. Auch für Minderjährige gibt es keinen. Kennt die SCHUFA Sie kürzer als sechs Monate und gibt es keinen Bankvertrag, fehlt ebenfalls ein Score.
Darf eine Bank allein nach dem Score entscheiden?
Nur unter engen Voraussetzungen. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat am 7. Dezember 2023 entschieden (C-634/21): Das Scoring ist eine grundsätzlich verbotene automatisierte Entscheidung im Einzelfall nach der DSGVO, wenn Banken ihm eine maßgebliche Rolle beimessen. Ob eine Ausnahme greift, prüfen die nationalen Gerichte. Im Einzelfall hilft die zuständige Datenschutzaufsicht oder ein Anwalt weiter.
Sinkt mein Score, wenn ich mein Girokonto wechsle?
Das hängt von Ihren anderen Verträgen ab. War das Girokonto Ihr ältester Bankvertrag und gibt es keinen gleich alten, verlieren Sie bei diesem Kriterium Punkte. Gibt es einen ebenso alten Vertrag, etwa eine Kreditkarte, ändert sich nichts. Nach drei Monaten steigen die Punkte laut SCHUFA nach und nach wieder.
Haben junge Menschen automatisch einen schlechten Score?
Nein. Laut SCHUFA haben rund zwei Drittel der 18- bis 25-Jährigen einen Score der Klassen „Gut“ oder „Hervorragend“. Wer mit „Akzeptabel“ startet, kann nach Angabe der SCHUFA schon nach drei Jahren „Hervorragend“ erreichen, wenn er zuverlässig zahlt.
Quellen (17)
- SCHUFA: Neuer SCHUFA-Score, alle Kriterien und Punkte einfach erklärt geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Die wichtigsten Fragen zum neuen SCHUFA-Score geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Die häufigsten Kritikpunkte über den neuen SCHUFA-Score erklärt geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Welche Daten nutzt die SCHUFA zur Berechnung von Scores? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Fließen Daten zur Wohngegend in die Berechnung der SCHUFA-Scores mit ein? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Neuer SCHUFA-Score digital, transparent und kostenlos im Account geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Wo finde ich meinen SCHUFA-Score? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Wo liegt der Unterschied zwischen der kostenlosen Datenkopie und dem SCHUFA-Account? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Warum sehe ich auf meiner Datenkopie noch die alten Scores? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Warum sehe ich keinen Score? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Warum hat sich mein Score verändert? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Entscheiden SCHUFA-Scores über den Vertragsabschluss? geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: SCHUFA-Auskunft kostenlos, Datenkopie geprüft am 4. November 2026
- SCHUFA: Wie kann ich eine Auskunft digital bekommen? geprüft am 4. November 2026
- Gerichtshof der Europäischen Union: Pressemitteilung Nr. 186/23 zu den Rechtssachen C-634/21 und C-26/22, C-64/22 geprüft am 4. November 2026
- CRIF: FAQs zu meinen Daten und Rechten geprüft am 4. November 2026
- Creditreform: Bonität von Privatpersonen beurteilen geprüft am 4. November 2026
Recherchiert und geschrieben von der Redaktion des Black Forest Verlags. Jede fachliche Aussage stützt sich auf Gesetze oder Angaben der zuständigen Behörden (siehe Quellen). Zuletzt geprüft: November 2026. Der Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
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